Base

Name

markus georg

Last name

reintgen

Genre

M

Country

Germany

Date of birth

24/03/1963

About me (Min.400)

Prof. Dr. Annegret Jürgens-Ki Stellungnahme zum fotokünstlerischen Werk von Markus Georg Reintgen Als Markus Georg Reintgen 2002 an der Akademie für Bildende Künste der Johannes Gutenberg-Univerität Mainz in der Klasse Fotografie von Prof. Dr. Vladimir Spacek zu studieren begann, gab es für sein Interesse an einer akademischen künstlerischen Ausbildung bereits ein längere Vorgeschichte. Der Fotoapparat war schon für das Kind und den Jugendlichen ein wichtiges Medium, auf die Erfahrungen eines heranwachsenden Menschen zu reagieren. („Verdun“, Fotofolge 1974) Als ein Unfall den 18-jährigen 1981an den Rollstuhl fesselte, erhielt die Fotografie einen neuen Stellenwert für die Wahrnehmung eines in seiner Bewegung eingeschränkten jungen Mannes. Dabei wurde bald deutlich, dass eine besondere Begabung für dieses Bildmedium es nahelegte, eine Professionalisierung des früh entwickelten Könnens anzustreben. Der autodidaktische Versuch, sich künstlerisch zu behaupten, war nicht einfach, aber er ermöglichte es Reintgen, in diesen Jahren seine Themen und Motive zu finden und im Umgang mit dem technischen Apparat die Kompetenz zu erlangen, mit der er sich schließlich erfolgreich um einen Studienplatz an der Kunstakademie Mainz bewerben konnte. Während seines Studiums entwickelte Markus Georg Reintgen in eindrucksvollen Varianten die beiden großen Themen, die ihn schon vor dem Studium beschäftigt hatten – Krieg und Sexualität (darunter die Folge „Krieg“ und die „Small American Nudes“. Einen dritten Schwerpunkt bilden Fotografien, in denen Reintgen mit Hilfe ungewöhnlicher Blickwinkel und Ansichten (Aufsicht, Untersicht, Unschärfen, Kontraste, Lichtwirkungen) auf die Perspektive eines im Rollstuhl sitzenden Künstlers Bezug nimmt. Es entstanden suggestive, verstörende, auch provozierende Bilder, die Reintgens ungewöhnliche Phantasie, die Genauigkeit seiner Beobachtung und seine Fähigkeit zur metaphorischen Durchdringung und Vertiefung seiner Sujets erkennen lassen. Durchaus kritisch, vermeiden sie moralisierende oder gar dogmatische Formulierungen. Auffällig ist die über die Fotografie hinausgehende Nähe zum Szenischen, zur Aktionskunst und zur Kunst der Performance („Ballastexistenz“, 2005; „Kopfrock“, 2007). Es ist davon auszugehen, dass der Kontakt zu Simon Starling an der Städelschule in Frankfurt/Main, die Anregungen, die Reintgen sich hier geholt hat, dazu beigetragen haben. Im Januar 2010 schließt Markus Georg Reintgen sein Studium mit dem Diplom („sehr gut“) ab. Er gehört zu den wenigen Künstlern, die nach dem Examen die Gelegenheit erhalten, in der Ausstellung „fail better 2“ in der Kunsthalle Mainz Examensarbeiten (aus der 2009 entstandenen Folge „Krieg“) zu präsentieren. Das Spektrum der heute vorliegenden fotokünstlerischen Arbeiten Markus Georg Reintgens ist groß. Das gilt sowohl für die inhaltlichen Varianten der gewählten Motive als auch für die fotografischen Techniken, für die künstlerischen Verfahren der Collage und Montage und für die Handhabung der analogen und digitalen Möglichkeiten der Fotografie. Reintgens sicheres Formgefühl und sein souveräner Umgang mit dem Bildmaterial lassen erwarten, dass er für seine bisherigen wie auch für künftige Themen Formulierungen finden wird, die den Betrachter überraschen, herausfordern und zum Nachdenken bringen werden.

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Creative innovator